Navigationen überspringen, zum Seiteninhalt

Dossier: Verlieben

Verlieben. Was kommen da für Gefühle auf und was haben sie zu bedeuten?

Verliebte sehen nicht weniger, sondern mehr als andere bei ihrem Geliebten. Sie sehen seine Schönheit und seine Einzigartigkeit. Sie erkennen, dass ER oder SIE ganz und gar liebenswert und etwas ganz Besonderes ist. Sie sehen für eine Zeit lang, den geliebten Menschen mit den Augen Gottes. Ja, du hast richtig gelesen. Gott liebt uns nämlich über alles.

Es ist ein unglaubliches Geschenk Gottes an uns Menschen, dass er Verliebte eine Ahnung von dieser bedingungslosen Liebe bekommen lässt. Wer verliebt ist, der kennt wahrscheinlich folgenden Gedanken: Niemand liebt mich so, wie SIE oder ER. Durch die Liebe, die du von einem Menschen geschenkt bekommst, lässt auch Gott seine Liebe zu dir aufblitzen.

Anzeichen von Verliebt-Sein

Vielleicht ist ein weiterer Sinn des Verliebtheit aber auch dass wir lernen, wie Gott geliebt werden möchte? Viele Heilige beschreiben ihre Beziehung zu Gott als ein Verliebtsein in Jesus. Was könnte das konkret bedeuten? Woran erkennt man denn Verliebte nun genau? 

1. Sie verbringen viel Zeit miteinander. Wer verliebt ist, kann vom anderen gar nicht genug bekommen, nie wird einem die Gegenwart des anderen zu viel, nie dauert ein Gespräch zu lang, immer ist die Zeit eigentlich zu kurz, die man beisammen sein kann. So ist es auch bei der Beziehung zu Jesus. Wir sollten versuchen ihm möglichst oft nahe zu kommen, durch die Feier der Eucharistie, den Empfang der Kommunion, das Gebet, die Anbetung. In diesem Sinne ist auch das Wort des Hl. Josemaria zu verstehen: Die Messe ist zu lang, sagst du, und ich füge hinzu: weil deine Liebe kurz ist.

2. Sie wollen alles voneinander wissen. Verliebte können sich oft stundenlang auch die allerkleinsten Details aus ihrem Leben berichten, ohne sich jemals dabei zu langweilen. Sie haben ein echtes Interesse an den Ansichten, Gefühlen und Interessen des anderen und wollen seine Gedanken kennenlernen. Nicht umsonst bezeichnet der Ausspruch: Sie wollen nichts mehr voneinander wissen den endgültigen Bruch in einer Beziehung. Gott weiß alles über dich, das ist ein Zeichen seiner Liebe. Und wer Christus liebt, ist auch wissbegierig mehr über ihn, sein Wort und seinen mystischen Leib, die Kirche zu erfahren.

3. Sie halten zusammen und verteidigen sich gegenseitig. Ein Mann würde niemals zulassen, dass jemand schlecht über seine Geliebte spricht und umgekehrt genauso. Die Ehre, das Hab und Gut und selbstverständlich Leib und Leben des geliebten Menschen wird jeder wahrhaft Liebende kompromisslos verteidigen. Auch wir müssen unsere Liebe zu Christus durch unser Zeugnis erweisen, gerade in unserer Zeit bieten sich viele Gelegenheiten zu diesem Liebesbeweis.

4. Sie haben keine Geheimnisse voreinander. Bei Verliebten gibt es oft den typischen Moment, wo der eine oder andere sagt: Das habe ich außer dir noch niemandem erzählt. Mit Christus soll es uns genauso gehen, ihm können wir alles sagen, was uns bewegt. Das „Jesus, ich vertraue auf dich“ soll unseren Umgang mit dem Herrn prägen.

5. Sie nehmen die Schwächen und Fehler des anderen an und verzeihen leicht. Die Liebe lässt uns eben mehr auf die guten Seiten des Menschen blicken und so fällt es auch leichter das Schlechte zu ertragen und zu verzeihen. Jesus selbst ist ja ohne Sünde, doch die Menschen in der Kirche sind es nicht. Aus Liebe zur Kirche sollen wir auch das Versagen einzelner vergeben. Jesus nimmt auch uns in unserer Schwäche an und verzeiht alles, was wir ihm aus Reue und Liebe in der Heiligen Beichte anvertrauen.

6. Sie verzichten gerne auf etwas dem anderen zuliebe. Wie gerne verzichtet man als Verliebter doch, um dem anderen einen Wunsch zu erfüllen oder eine Freude zu machen. Es ist auch Gott wohlgefällig wenn wir aus Liebe zu ihm zB am Freitag (im Gedenken an das Leiden und Sterben unseres Erlösers) ein kleines Opfer bringen.

Bettina Rahm

Dieses Dossier wurde von Bettina Rahm erstellt.

"Ich bin verheiratet und habe eine Tochter und einen Sohn. Von Beruf bin ich Hauptschullehrerin, meine Fächer sind Deutsch, Musik und Religion. Das sagt eigentlich auch schon einiges über meine Lieblingsbeschäftigungen aus, ich liebe Bücher und Musik. Meinen Glauben versuche ich so gut ich kann im Alltag zu leben und durch meine Mitarbeit in der Pfarre, im Pfarrgemeinderat, dem Pfarrbriefteam und als Bildungswerkleiterin zu bezeugen. Die Arbeit im Weinberg ist groß und es ist eine große Gnade mitarbeiten zu dürfen."

[zurück]

[zurück zur Startseite]

Seitenende erreicht, zum Seitenanfang